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11.01. 201
SZ: Laubegaster wollen keine Flutmauer
Der Artikel fasst das Meinungsbild zum 2. Forum "Mit dem Fluss leben" anhand der Präsentation des "Büro für urbane Projekte" zusammen. Danach ist nunmehr klar, dass von 160 Befragten kein einziger mit einem Mauermonster zum Schutz vor 100-jährigen Hochwassereignissen leben möchte, wogegen sich "eine knappe Mehrheit allenfalls ein mobiles Schutzsystem vorstellen" könne. Fotokopie
31.12. 2010
Elbhangkurier: Laubegast Z1 - Bürger melden sich zu Wort Fotokopie
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07.12.
2010
Leubener Zeitung: Keine Mauer - Mit
dem Fluss leben
drei Spalten zum Auftaktforum vom 25.11. 2010
Fotokopie
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25. 03.
2010
SZ: 2019 soll Laubegast vor Fluten geschütz sein
Einem Artikel der SZ zufolge soll ein überarbeiteter Kooperationsvertrag,
der eine zweijährige Vorplanung mit Bürgerbeteiligung vorsieht,
im Juli unterzeichnet werden.
sz-online.de
vom 25.03.2010
Mopo: Bürgerprotest gegen Flutschutz - Laubegast bleibt nicht
ganz dicht
Der Artikel der Mopo verunglimpft bereits in der Überschrift das
couragierte Engagement von Anwohnern, die sich für einen
umweltverträglichen, verantwortungsvollen, risikoabwägenden
Hochwasserschutz einsetzen und eine Mitsprache bei den Planungen einforderten.
Zitat: "Das kostet Zeit und Geld. (...) Die Bürgerbeteiligung bremst
nun alles aus." Auch hier Katastrophenbilder von 2002 statt besipielsweise
von der besonderen Landschaft, die der Unesco eine Aufnahme ins Weltkulturerbe
wert war. Zur Verharmlosung ist in der Mopo von einer "Sandsteinmauer" die
Rede, "auf die mobile Elemente aufgesetzt werden". Konkrete Konzepte sind
nach Angaben des Umweltamtes jedoch noch gar nicht in Arbeit. Eine komplette
Lüge ist die Behauptung: "Sogar mit Walter Ulbricht wurde das Umweltamt
verglichen." Zutreffend ist hingegen, dass Walter Ulbricht im Juni 1961 jegliche
Mauerpläne leugnete - zwei Monate später waren bekanntlich 17 Millionen
Menschen zu Staatsgefangenen des SED-Regimes
geworden.
Fotokopie
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18.03.
2010
SZ: Stadt verhandelt weiter über Laubegaster Flutschutzpläne
Weshalb die Verhandlungen sich schwierig gestalten...
Fotokopie
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04.03.
2010
SZ: Zoff um Hochwasserschutz für Dresdens Osten
Man beachte auch die Bildunterschrift: Weder zwischen dem
alljährlich im Frühjahr erhöhtem Pegelstand und "Hochwasser"
noch zwischen Ente und Graugans können einige Redakteure
unterscheiden...
:
Fotokopie
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09.12.
2009
SZ: Mauerbau in Laubegast noch nicht vom Tisch
Entgegen allen Beschwichtigungen der letzten Monate, insbesondere entgegen
der völligen Leugnung durch OB Helma Orosz >>>
Originalton im Filmclip unter
Aktuelles, lässt sich dem Text von
Peter Hilbert entnehmen, dass bezüglich Mauerbau alles offen ist. War
in den letzten Wochen überwiegend von "Einbeziehung" der Anwohner die
Rede, heißt es in der zweiten Überschrift: "Das Rathaus will
die Bürger bei Flutschutz-Planungen aber nicht außen vorlassen."
Da fragt man sich nach fast 20 Jahren bundesdeutscher Demokratie in Sachsen:
Darf es das überhaupt??? Oder sieht
der SZ-Redakteur es bereits als besondere Gnade an, über Planungen der
Stadt überhaupt informiert zu werden?
Fotokopie
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01.12. 2009
SZ: Laubegaster Bäckerei hat jetzt eigenen
Flutschutz
Fotokopie
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01.09. 2009
DIE LAUBE - Heft 17: Wenn Senfeimer reden könnten
Aktionen
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18.8. 2009
SZ (Stadtausgabe): Plastik "Die Elbe" begeistert Laubegaster
... Die Plastik sei auch ein Mahnmal, die Verantwortung für die Elbe
zu übernehmen und von einer Zubetonierung der Uferbereiche abzusehen.
"Der Fluss hat das Recht, so zu sein, wie er will" sagt der Künstler.
Oberbürgermeisterin Helma Orosz stimmte Förster zu: "Es ist auch
Aufgabe der Plastik daran zu erinnern. dass die Elbe lebendig ist." Immerhin
sei Dresden die einzige deutsche Großstadt, die kein begradigtes und
zubetoniertes Flussufer habe.*
Anmerkung der Redaktion Mauerzoff: Ihr Wort in Gottes Ohr... Möge Frau
Orosz auch lernen, dass die Menschen, die in Laubegast (oder in Pieschen
oder in Radebeul oder sonst an der Elbe ...) wohnen, ebenso lebendig
sind....
Aktionen
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18.8. 2009
SZ (Regionalausgabe). Rabebeuler wollen keine Hochwassermauer
Wolfram Wittig hat sein Grundstück zur Elbseite in Kötzschenbroda
und eine klare Meinung: Ich würde hier gar keine Mauer
hinsetzen. Beim Hochwasser 2002 hatte er einen Schaden von rund 20000Euro.
Inzwischen sei das Haus so saniert und mit Drainage versehen, dass ein erneutes
Hochwasser allenfalls halb so viel Schaden anrichten würde. Und man
könne sich ja versichern. Was in jedem Fall besser wäre, als eine
Mauer auf der Elbblickseite mit einem Hochwasserverteidigungsweg vor die
Nase gesetzt zu bekommen.
So wie Wittig denken inzwischen auch andere Angeranlieger mit dem
schönen Elbblick. Tilo Kempe zum Beispiel: Ich möchte auf
keinen Fall, dass neben einer Mauer ein erhöhter Weg angelegt wird,
von dem die Spaziergänger dann in die Grundstücke
schauen.
Mobile Teile als Kompromiss?
Etwa zehn von 20 Anliegern wollen diese Mauer nicht so, wie sie von der für
den Hochwasserschutz zuständigen Talsperrenverwaltung geplant wird.
Aber eine richtige Einigung sei schwer reinzukriegen, sagt selbst Wittig,
der für die Bürgerintiative spricht. Ein Kompromiss könnte
zum Beispiel ein Maueransatz und darauf montierbare mobile Elemente oder
ein Bau etwas näher am Haus sein, so
Kempe.
Doch darauf will sich die Landestalsperrenverwaltung nicht einlassen.
Betriebsleiter Eckehard Bielitz: Die Stadt hat uns klar gesagt, dass
sie die Einlagerung und Montage dieser mobilen Teile nicht sicherstellen
könne. Außerdem sei eine mobile Mauer viel unsicherer als
eine feste.
Auch einen Kilometer weiter östlich an der Kötzschenbrodaer
Straße sind die Anlieger unzufrieden. Ich möchte auf keinen
Fall eine gewaltige Mauer aus Beton vor der Nase haben,sagt Detlef
Freier. Er warte auf denTerminvorschlagder Landestalsperrenverwaltung, um
miteinander zu reden. Bielitz kündigt an, dass man noch im Herbst mit
der Stadt und Grundstückseigentümern die Planunterlagen besprechen
wolle, um die eigentliche Genehmigungsplanung dann zügig vorantreiben
zu können. 2013, so der Plan, soll die Mauer
stehen.
Brockwitz hin- und hergerissen
Auch die Brockwitzer sind hin- und hergerissen. Die Notwendigkeit eines Dammes
sehen alle Niederseitenbewohner ein. Doch keiner möchte einen Damm direkt
vor dem Haus haben, wie es zuletzt von der Talsperrenverwaltung favorisiert
wurde. Die Brockwitzer wünschen sich den Damm weiter in Elbnähe.
Eine Lösung dafür steht noch aus.
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18.8. 2009
SZ (Regionalausgabe): Nicht zerreden, aber mit Sinn bauen
Das Gute bleibt im Gedächtnis. Das Böse wird immer blasser. So
ist es auch mit der Flut von 2002. Danach hätten die Flutschutzmauern
und Deiche nicht hoch genug sein können. Jetzt ist die Vorstellung von
unterspülten Grundmauern, Rissen in den Wänden und nach
Heizungsöl stinkenden Kellern schon wieder weit weg.
Aber ist es nur das verdrängte Böse, weshalb manche den in Planung
befindlichen Schutz nicht mehr wollen? Sind nicht inzwischen auch Keller
und Fußböden dem Hochwasserszenario entsprechend saniert worden?
Kann eine Elbeflut noch genauso viel Schaden anrichten? Keiner weiß
es. Deshalb sollten Hochwasserschützer mit
Grundstückseigentümern sprechen. Nicht um Hochwasserschutz zu zerreden,
sondern sinnvoll zu bauen.
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1.8. 2009
SAX (Augustheft): Der Maubau zu Laubegast - Ein umstrittenes
Hochwasserschutzkonzept für den Dresdner Osten verunsichert Anwohner
und sorgt für Protest.
Um den beliebten Dresdner Stadtteil Laubegast vor einem Hochwasser
wie 2002 zu schützen, erwägen kühne Technokraten, einen Schutzwall
entlang des Laubegaster Ufers errichten zu lassen. Wie einer Machbarkeitsstudie
zu entnehmen ist (nachzulesen im "Hochwasserschutzkonzept für die
linkselbischen Stadtteile zwischen Zschieren und Tolkewitz", herausgegeben
vom Umweltamt, Landeshauptstadt Dresden), handelt es sich bei der "empfohlenen
Konstruktionsart" um eine "Hochwasserschutzmauer" mit einer Höhe von
2,11 Metern und einer Länge von 2,7 Kilometern. Der Vergleich mit anderen
Maßnahmeempfehlungen (etwa zum "Schutz der Bebauung nördlich des
Altelbarms", wo ein Zusatz "teilweise mobiler HWS" lautet) erlaubt der (unter
Maßnahme-Nummer Z1) angegebene Zusatz für den Gebietschutz Laubegast
- "ggf. mit mobilen Aufsätzen" - den Schluss, dass eventuelle Aufsätze
nicht als Bestandteil der Gesamthöhe zu betrachten sind, sondern im
Ernstfall oben drauf kämen!
Die angegebene "Investkostenschätzung" nennt die Zahl: 6.874.738,
knapp 6,9 Millionen Euro also. Diese Kosten wären allerdings lediglich
der größte Einzelposten des im Frühjahr 2008
veröffentlichten Konzeptes, das den Dresdner Osten mit seinem teils
verbauten alten Elbarm umfasst - ein ganzes System von Deichen, Dämmen,
mobilen und stationären Mauern, für welches weitere
Millionenbeträge veranschlagt sind. Doch von Geld wollen wir hier gar
nicht reden, denn wo ein Wille, da findet sich Geld - und sei es beim Bund
oder bei der EU.
Das Desaster von 2002 zeigte, dass Hochwasserschutz wichtig und
nötig ist. Unsere städtebaulichen Vorfahren bewiesen große
Weitsicht, als sie im Jahre 1905 beschlossen, einer weiteren Bebauung von
Elbwiesen für alle Zukunft Einhalt zu gebieten und damit dem Fluss bei
Hochwasser auch Platz zur Ausbreitung zu lassen. Einer Erweiterung derartiger
Retentionsräume diente vor zwei Jahren das Abtragen von Erdreich auf
den Hosterwitzer und Niederpoyritzer Elbwiesen, deren Höhe im Laufe
der Jahrzehnte durch Ablagerung von Elbschlamm zugenommen hatte. Einen ganzen
Sommer knatterten die Bagger, dann kehrte wieder ruhigere Elbhangidylle ein.
Unlängst, beim Hochwasser Ende Juni, zeigte diese Maßnahme sichtbare
Wirkung.
Um wie viel aufwendiger aber, fragen sich die Laubegaster, wäre
die Errichtung einer wuchtigen Mauer am Elbufer? Schafft die Umsetzung des
genannten Konzeptes vielleicht mehr Probleme, als sie löst? Ganz zu
schweigen von der Verschandelung einer Flusslandschaft durch Beton und Stahl
- frei nach dem Motto: Ist das Welterbe erst einmal ruiniert, betoniert sich's
völlig ungeniert...
Alteingesessene Uferaner, die mit den Gefahren des Hochwassers zu
leben gelernt haben und um keinen Preis auf den landschaftlichen Reiz der
Flusslandschaft verzichten wollen, gehen auf die Barrikaden. Vor allem die
unmittelbar betroffenen Anwohner des Laubegaster Ufers haben große
Bedenken. Dazu gehört insbesondere folgender Aspekt: Hochwasser kommt
nicht von der Elbe allein, sondern bei starkem und lang anhaltendem Regen
wie im August 2002 durch Zuflüsse, etwa dem Lockwitzbach, der Laubegast
quasi von hinten überflutete, und in jedem Fall durch Grundwasser, sozusagen
von unten. Letzteres kann mit einer Verzögerung von zwei bis drei Tagen
nach der sogenannten Flutwelle der Elbe mehrere Meter über den Normalspiegel
steigen und flutet dann Keller und Tiefgaragen. Der kieshaltige Grund, auf
dem der vom alten Elbarm umschlossene Stadtteil liegt, begünstigt den
raschen Anstieg, starker Auftrieb kann Gebäude gefährden - mitunter
ist ein gezieltes Fluten erforderlich, um durch Gegendruck das sogenannte
Schwimmen zu vermeiden. Erst im Verlaufe mehrerer Monate sinkt der
Grundwasserspiegel wieder, je nach Höhe des Anstieges dauert es wesentlich
länger.
Anwohner fragen also auch: Welche Wirkung hätte eine Mauer auf
Anstieg und Abfluss des Grundwassers? Könnte das Fundament eines
Schutzwalles gar zu einem höheren Grundwasseranstieg führen, zu
unkontrollierbaren Unterspülungen, zum Einsturz von Wohnhäusern?
- Man denke ans Kölner Stadtarchiv, das samt seines wertvollen literarischen
Bestandes in sich zusammenbrach, nach dem eine Wasserleitungshavarie zu
Unterspülungen und dadurch zum Erdrutsch geführt hatte. Oder aber:
Rechtfertigt ein Jahrhundertereignis, selbst wenn man den Klimawandel
berücksichtigt, bei dem die Zunahme von Niederschlägen kalkuliert
wird, einen derartig schwerwiegenden Eingriff in die Natur? Bisherigen Szenarien
zufolge (unter anderem eine Computersimulation des Klimawandels durch das
Max-Planck-Institut) sind im Einzugsgebiet der Elbe entweder kaum Auswirkungen
zu erwarten oder sie wären frühestens in fünfzig Jahren
signifikant. Und schließlich: Wenn ein Fluss auf einer Seite
eingedämmt wird, überschwemmt er zwangsläufig das
gegenüberliegende Ufer um so höher. Müsste im Sinne des
Hochwasserschutzes dann nicht der ganze Fluss - also beidseitig, durchgehend
und in der Konsequenz noch viel höher - eingemauert werden? Geht es
dabei eigentlich nur um Hochwasserschutz? Fragen über Fragen...
Bei einem ersten Bürgergespräch im Volkshaus Laubegast
Ende Mai sprach sich kein einziger der Anwesenden für Hochwasserschutz
aus, der das Laubegaster Ufer in eine Mauerlandschaft verwandelt. Im Anschluss
gründete sich eine "Initiative gegen eine Laubegaster Flutschutzmauer".
Ihr gehören Bauingenieure, Landschaftsarchitekten und engagierte
Bürger an, die einerseits mittels Eingaben Druck auf die politisch
Verantwortlichen im Rathaus ausüben, andererseits mittels Installationen
und Wandtafeln die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wecken - teils schon
mit kleinen Zwischenerfolgen. Beim Beschluss des Stadtrates Ende Juni einigten
sich die Stadträte immerhin auf die Forderung der Bürgerinitiative,
die betroffenen Anwohner stärker in die Planungen einzubeziehen.
Zurecht spielen "Kritiker" der Mauervariante auf geschichtliche
Bezüge an, wenn sie heute das historische Dementi Walter Ulbrichts zitieren,
niemand habe "die Absicht, eine Mauer zu errichten" - nur zwei Monate
später war der "antifaschistische Schutzwall" eine tragische Tatsache.
Von einer transparenten Informationspolitik konnte in den vergangenen Monaten
jedenfalls noch keine Rede sein. Dresdner Tageszeitungen wurden infolge einiger
Aktionen in Laubegast zwar aufmerksam, doch die verkürzten, teils
widersprüchlichen Darstellungen sorgten für weitere Verunsicherung.
Um nur einige Stimmen aus Volkes Mund widerzugeben: "Das werden die schon
nicht machen..." oder "Wozu die Aufregung? Das wird doch höchstens ein
Mäuerchen..."
Einige der fragwürdigen Schutzmaßnahmen sind allerdings
bereits realisiert, etwa am Dresdner Landtag, wo die Sichtbezüge vielleicht
nicht so relevant sind. Möge sich das Parlament ruhig selbst einmauern
lassen, aber doch wenigstens das Volk fragen, was es von dergleichen Projekten
in Wohngebieten hält. Andere Vorhaben erhielten inzwischen eine
Baugenehmigung, so im rechtselbischen Pieschen, wo sich Anwohner des
Elbvillenwegs gegen entsprechende Pläne mobilisiert hatten. Doch dort
sind die Messen längst gelesen und die Anwohner verzweifelt. Um die
Tristesse einer Pieschener Mauer etwas aufzulockern, ließ die beauftragte
Landestalsperrenverwaltung Skizzen anfertigen, bei der realsozialistische
Scheinidylle offensichtlich Pate stand. An verhübschenden, scheinbar
kinderfreundlichen "Gestaltungselementen" wie Nischen mit Bullaugenblick
dürften dann auch Hunde ihre Freude haben, die nach vergeblicher
Strauchsuche nicht mehr umhinkommen, dort das Nötige zu
verrichten.
In der "Maßnahmepriorisierung für HQ100" (statistische
Bezeichnung für ein hundertjähriges Hochwasser) erscheint die
Laubegaster Mauer an erster Stelle. Daher läuten in Laubegast die
Alarmglocken - und der Protest macht sich auch auf provokante bis polemische
Weise Luft: "Mauer im Kopf, Mauer am Ufer". Laubegaster Künstler arbeiten
an weiteren Projekten, um zum Inselfest am 8. und 9. August ein
größeres Publikum aufzurütteln. Prominente Dresdner
äußern sich diplomatisch und doch eindeutig - Matz Griebel: "Bei
Maßnahmen zum Hochwasserschutz müssen die betroffenen Anwohner
das Sagen haben - und zwar im Konsens mit den Fachleuten!"
Der Fachmann schlechthin heißt Christian Korndörfer, seines
Zeichens Chef des Dresdner Umweltamtes. Seiner Kompetenz dankt die Stadt
eine umfassende Untersuchung der Jahrhundertflut und eine gründliche
Dokumentation, die unter dem Titel "Flutkatastrophe 2002 - Das Augusthochwasser
in Dresden" als CD-Rom erhältlich war. Dort enthaltene Texte und Bilder
verdeutlichen sowohl die ganze Komplexität von Hochwasserereignissen
im Dresdner Elbtal als auch den historischen Umgang mit dem Thema - aus der
Sicht des Jahres 2004. Verantwortlich zeichnet der Leiter des Umweltamtes
indessen auch für die von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie
von 2008, die nun zum Stein des Anstoßes wurde.
Dass am bisherigen Mauer-Konzept zum Hochwasserschutz im Dresdner
Osten Überarbeitungsbedarf besteht, dass Dresdens Bürger eine
transparentere Informationspolitik erwarten und dass die betroffenen Anwohner
eine Mitsprache einfordern, ist mittlerweile im Rathaus angekommen. Laubegast
bleibt indessen gespannt, was unter einer stärkeren "Einbindung der
Anwohner ins Schutzkonzept" tatsächlich zu verstehen ist. Zum baldigen
20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls wird es Ansprachen geben, die wieder
von Schmeicheleinheiten fürs gewaltfrei demonstrierende Volk triefen
werden. Doch die hehren Reden sind oftmals nur eine Aneinanderreihung leerer
Worte - und das Papier, auf dem sie stehen, ist nur dann wischfest, wenn
es für ein Gästebuch hergestellt wurde.
Bilder von den "Gestaltungselementen" der Pieschener Mauer:
www.keinemauer.de
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13.07. 2009
Dresdner Amstblatt (Nr. 27-28/2009)*:
Beschluss-Nr.: V3138-SR83-09
Schutz vor Hochwasser der Elbe im Dresdner Osten
Der Stadtrat beschließt:
1. In Umsetzung des Stadtratsbeschlusses V2278-SR68-08 vom 22. Mai 2008
beauftragt der Stadtrat die Oberbürgermeisterin, mit der
Landestalsperrenverwaltung (LTV) des Freistaates Sachsen eine
Kooperationsvereinbarung zur Übertragung der Bauherrenschaft für
die Hochwasserschutzmaßnahmen im Gebiet Laubegast abzuschließen.
2. Die Kooperationsvereinbarung und die Bereitstellung der zur Realisierung
erforderlichen Mittel sind dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen.
Dabei sind für Laubegast auch weiterhin Maßnahmen mit
unterschiedlichem Schutzniveau für eine landschaftsverträgliche
Gestaltung der Hochwasserschutzanlagen zu prüfen.
3. Die im Rahmen dieser Kooperationsvereinbarung durchzuführenden
Untersuchungen und Planungen sind in den betroffenen Ortsämtern
ausführlich vorzustellen, mit den betroffenen Bürgern, insbesondere
auch mit den lokalen Initiativen, zu diskutieren und den Ortsbeiräten
zur Stellungnahme vorzulegen.
*Das Dresdner Amtsblatt mit dem Beschluss des
Stadtrates vom 25./26. Juni, der mit 61 Stimmen (keine Gegenstimmen, keine
Einthaltungen) beschlossen wurde, liegt derzeitig in Geschäften aus
und ist außerdem jederzeit im Internet unter
www.dresdner-amtsblatt.de
als PDF abrufbar. Der oben zitierte Text befindet sich auf Seite 38, linke
Spalte.
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01.07. 2009
DIE LAUBE - Heft 16: Ein Alptraum: Das verlassene Dorf
Download als PDF
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27.06. 2009
SZ: Flutschutz für Laubegast kommt bis 2014
Fotokopie (Reaktion auf Beschluss des Stadtrates -
Kommentar)
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23.06. 2009
SZ: Protestsymbol an der Elbe soll weg
Laubegast. Die symbolische hölzerne Flutschutzwand am Laubegaster Ufer
soll abgebaut werden. Sie war von einer Initiative gegen eine
Hochwasserschutzmauer errichtet worden. Sie steht auf fremden Grund. Zudem
gab es keine Genehmigung, teilt Vize-Ortsamtsleiter Jörg Lämmerhirt
mit. Er will die Initiative zum Abbau auffordern. (SZ/phi)
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28.05. 2009
sz-online, lvz-online, ovz-online (dpa): Bürger machen gegen
Hochwasserschutz-Mauer mobil
Dresden. Ein legendärer Spruch des DDR-Politikers Walter Ulbricht
(1893-1973) dient im Streit um Hochwasserschutz in Dresden als Argument:
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Damit drücken
Bewohner des Stadtteils Laubegast ihre Befürchtung aus, dass die
Behörden ohne Rücksprache mit Betroffenen am Laubegaster Ufer eine
zwei Meter hohe Mauer zum Schutz vor der Elbe bauen. Am Mittwoch machte sich
die SPD-Stadtratsfraktion dafür stark, die Bürger in die Planungen
einzubeziehen. Die Leute haben das Gefühl, dass schon alles
entschieden ist, sagte Fraktionschefin Sabine Friedel der dpa. Dabei
gebe es bisher nur eine Machbarkeitsstudie. (...) Walter Ulbricht machte
seinen berühmten Ausspruch im Juni 1961 auf einer Pressekonferenz in
Ostberlin. Damit wollte der Staatschef Vermutungen über einen Bau der
Berliner Mauer entkräften. Knapp zwei Monate später war es dann
soweit - trotz Ulbrichts gegenteiligem Bekenntnis wurde die Mauer
errichtet.
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16.5. 2009
sz-online: Rathaus will Laubegast nicht
einmauern*
In Laubegast wird heftig über den Hochwasserschutz debattiert. Nachdem
die SZ berichtet hatte, dass dieser in der Prioritätenliste des Freistaates
ganz nach oben gerutscht ist, meldeten sich zahlreiche Kritiker. Nun reagieren
Befürworter eines Flutschutzes. Laubegast ist wie eine Kleinstadt
mit 12000 Einwohnern. Da muss ein ordentlicher Schutz her, und eine Mauer
kann durchaus attraktiv gestaltet werden
, so der Laubegaster
Frank Dunemann. Finanzierung für Schutz möglich Wer die Flut
2002 wirklich erlebt hat, kann sich doch nicht ernsthaft gegen einen Schutz
aussprechen, so lange dieser umweltverträglich gestaltet wird,
findet Ralf Wegel. Der Laubegaster Ludwig Heinrich fragt allerdings, ob denn
auch für den Altelbarm ein Schutz vorgesehen ist. Die SZ hakte bei
Umweltamtschef Christian Korndörfer nach. Im Hochwasserschutzkonzept
des Freistaats war bisher ein großer weißer Fleck in Laubegast,
erläutert er. Deshalb war die Machbarkeitsstudie erarbeitet und 2008
vorgestellt worden. Darin war eine Basismauer mit mobilen Aufsätzen
enthalten. Die Höhen stehen aber noch nicht fest, sagt
Korndörfer. Der Freistaat habe den Vorschlag geprüft und Laubegast
in die Liste der Hochwasserschutzvorhaben mit höchster Priorität
aufgenommen. Damit ist die Finanzierung möglich. Derzeit wird eine
Kooperationsvereinbarung vorbereitet, damit die Stadt das Projekt umsetzen
kann. Stimmt der Stadtrat zu, folgen die nächsten Schritte. Wir
sind durchaus in der Lage, eine Hochwasserschutzplanung zu erarbeiten, die
funktioniert, reagiert Korndörfer auf die Kritiker. Wir
werden den Stadtteil nicht einmauern, versichert er. Es werde nichts
gegen die Bürger gemacht, sondern mit ihnen. Sie werden am Verfahren
beteiligt. Zuerst wird es eine Vorplanung geben, in der das Schutzziel festgelegt
wird. Dann kommt mit einem Planfeststellungsverfahren der nächste Schritt.
Es soll ein in sich schlüssiges Vorhaben werden, bei dem auch ein Flutschutz
am Altelbarm geplant wird.
* Die Überschrift der SZ erscheint beschwichtigend.
Aus der Stellungnahme von Umweltamtschef Christian Korndörfer, Laubegast
sei ein "großer weißer Fleck" gewesen, ist bereits 2008 ein
"Hochwassergebietsschutzkonzept für die linkselbischen Stadtteile zwischen
Zschieren und Tolkewitz" geworden, kurz Machbarkeisstudie genannt. Obgleich
sich "zahlreiche Kritiker" gemeldet hätten, werden im Text
ausschließlich Befürworter zitiert.
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01.03. 2009
DIE LAUBE - Heft 14: Der anti-elbistische Schutzwall: Pro und Kontra
Download als PDF
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01.07. 2008
DIE LAUBE - Sonderheftt 2008: Mauerallüren: Der anti-elbistische
Schutzwall
Download als PDF
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